2018-12-18 19:04
  • Cheffluglehrers
Anliegen des Cheffluglehrers 2009/7
Einleitung
Liebe SGL-erInnen
Pünktlich zur Herbstversammlung hat es mich wieder erwischt und ich konnte meine Anliegen nicht wie geplant vorbringen. Ich werde das im Frühling nachholen. Allerdings möchte ich mich zum Unfall von Köbi Blaser und der gruppeninternen Aufarbeitung noch in diesem Jahr äussern.
Der Unfallhergang wurde bereits geschildert und dürfte allen bekannt sein. Ebenso die Folgen für Köbi. Matthias Jauslin wird uns bezüglich Köbis Fortschritte weiterhin auf dem Laufenden halten.
Unfallbericht
Der Unfallbericht wurde den betroffenen Parteien im Entwurf zur Vernehmlassung zugestellt. Als Unfallursache werden unsachgemässe Steuerführung angegeben. Zum Unfall beigetragen haben könnten: Köbis geringes aktuelles Training (insbesondere an der Winde), eine hintere Schwerpunktlage sowie leichter Rückenwind. Es wurden keine Mängel am Flugzeug, an der Winde oder am Flugbetrieb erwähnt. Der Schwerpunkt lag im zulässigen Bereich!
Mit der Feststellung des „Pilotenfehlers“ ist es aber nicht getan! Jeder Unfall deckt auch Schwachstellen auf. Sei dies nun beim Piloten oder in Bezug auf das Umfeld. Vorstand, Fluglehrer und Windenführer haben deshalb intensiv diskutiert und Flugbetrieb, Aus- und Weiterbildung auf mögliche Schwachpunkte hin untersucht und einige Massnahmen beschlossen.
Windenbetrieb
Das Windenreglement wird um eine Checkliste für ein Briefing ergänzt. Unter anderem sind explizite Bedingungen für Starts an der Winde genannt: keine Windenstarts
  • bei Regen bzw. nassen Flächen
  • bei Rückenwind
  • bei Wolkenbasen unter 400 Meter
  • mit angelaufenen oder anlaufenden Hauben

  • Wir werden bis auf weiteres regelmässig Windenstarts mittels Videokamera aufzeichnen.
    Wir alle haben wenig aktuelles Training im Windenbetrieb. Wir müssen uns das immer wieder vor Augen halten und uns entsprechend verhalten.
    Abweichungen von fliegerischen Standards
    Die Fluglehrer werden konsequent das Gespräch suchen und Doppelsteuerflüge anordnen, wenn Abweichungen von fliegerischen Standards beobachtet werden. Insbesondere bei
  • zu tiefem Fliegen
  • unschöne Starts an der Winde
  • unschöne Anflüge und Landungen
  • Aussenlandetraining
    Seit 1966 ereigneten sich im SGL-Kontext 22 Unfälle. 12 davon vor oder während einer Aussenlandung. Aussenlandetrainings werde wie folgt zur Pflicht:
    Jedes Mittglied muss in den 5 Jahren nach erstmaliger Erteilung einer Streckenflugbewilligung an mindestens 2 Aussenlandetrainings teilgenommen haben.
    Sicherheits-Seminare
    Das 2009 erstmals durchgeführte Sicherheits-Seminar hatte ein positives Echo ausgelöst. Es wird in dieser Form jährlich durchgeführt. Um möglichst vielen Mitgliedern die Teilnahme zu ermöglichen, werden zu Beginn der Saison jeweils zwei Abende ausgeschrieben. Aufgrund des Feedbacks wird die Diskussion von aktuellen Segelflugunfällen im Fokus stehen. Ziel der Seminare ist nicht die Ursachenfindung, sondern die gedankliche Auseinandersetzung mit den Gefahren im Segelflug und Folgen bei Nicht-Beachtung.

    Euer Cheffluglehrer
    Georg Mathis
    Letzte Änderung am 2009-11-10
    Publiziert am 2009-11-10
    490 mal gelesen!

     Dieses Anliegen editieren. Nur durch Cheffluglehrer!
     Neues Anliegen erstellen. Nur durch Cheffluglehrer!