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Gebirgsflug

Der Gebirgssegelflug in der Schweiz bietet eine einzigartige Vielfalt – besonders in Regionen wie Samedan, Zweisimmen, San Vittore und Münster VS. Jede dieser Flugregionen hat ihren eigenen Charakter, geprägt durch Topografie, Windsysteme und Startverfahren.

Im hochalpinen Engadin rund um Samedan steht der Windenstart im Mittelpunkt. Der Flughafen Samedan liegt auf über 1.700 Metern und verlangt bereits beim Start ein angepasstes Flugverhalten. Charakteristisch sind hier starke thermische Entwicklungen sowie der bekannte Malojawind, der als Talwind vom Malojapass ins Engadin einströmt. In Kombination mit möglichen Leewellen in den Schweizer Alpen entstehen ideale Bedingungen für anspruchsvolle Hochgebirgsflüge.

Ganz anders präsentiert sich Zweisimmen im Berner Oberland. Der Flugplatz Zweisimmen liegt tiefer und eignet sich hervorragend als Einstieg in den Alpenflug. Hier erfolgt der Start typischerweise im Flugzeugschlepp, wodurch Pilotinnen und Piloten flexibel in thermisch aktive Bereiche oder an Hangstrukturen herangeführt werden können. Die Region ist geprägt von Voralpencharakter mit gut nutzbarer Thermik und ausgeprägten Talwindsystemen im Simmental und Saanenland.

Südlich der Alpen bietet San Vittore im Misox eine ganz eigene Dynamik. Durch die Nähe zur Alpensüdseite entstehen hier häufig starke thermische Bedingungen, kombiniert mit Einflüssen aus der Poebene. Talwinde und Südströmungen können sich intensiv entwickeln und ermöglichen leistungsstarke Flüge, verlangen jedoch ein gutes Verständnis der lokalen Windsysteme und deren Wechselwirkungen mit dem alpinen Gelände.

Im Wallis rund um Münster VS eröffnet sich ein weiteres klassisches Gebiet des alpinen Segelflugs. Das Goms ist bekannt für seine langen Täler, verlässliche Thermik und gute Streckenflugmöglichkeiten entlang des Rhonetals. Gleichzeitig können hier – ähnlich wie in anderen inneralpinen Regionen – bei entsprechenden Wetterlagen starke Wellenbedingungen entstehen, die Flüge in große Höhen erlauben.

Allen vier Regionen gemeinsam ist die Notwendigkeit eines ausgeprägten Verständnisses für Wetter, Gelände und Flugtaktik. Thermik, Hangaufwind, Talwind und Welle greifen ineinander und verändern sich oft im Tagesverlauf. Dazu kommen typische Herausforderungen des Gebirgsflugs wie Turbulenzen, Windscherungen und begrenzte Außenlandemöglichkeiten.

Der Gebirgssegelflug in der Schweiz ist damit kein einheitliches Erlebnis, sondern ein Zusammenspiel unterschiedlichster alpiner Charaktere. Ob hochalpines Engadin, sanfte Voralpen bei Zweisimmen, südliche Dynamik im Misox oder die weiten Täler des Wallis – jede Region bietet ihre eigenen Reize und Herausforderungen und macht den Alpenflug zu einer der faszinierendsten Formen des Segelfliegens.

Am 16. November 1933 wurde im Städtchen Lenzburg, am Fusse des gleichnamigen und stolzen Schlosses, die Segelfluggruppe Lenzburg gegründet.

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